Blog Fünf unvermeidbare Prioritäten für CISOs im Jahr 2026
Eine europäische Perspektive.

Hamnet. Hamlet. Sie können alle warten.

Stephen Hearty
Head of Symantec Product Marketing EMEA

Februar 6, 2026

5 Min

Für den europäischen CISO könnte 2026 auf ein Wort hinauslaufen: Verantwortlichkeit. Angesichts strenger EU Vorgaben und des Aufstiegs autonomer KI Agenten richten Sicherheitsverantwortliche ihren Fokus zunehmend von reiner Krisenbewältigung auf eine geschäftsorientierte Strategie, die auf Widerstandsfähigkeit und Transparenz basiert.

Was die CISO-Agenda im Jahr 2026 definiert:

1. Umgang mit dem Compliance-Tsunami

Die Regulierungslandschaft in Europa verändert sich schnell und CISOs stehen im Mittelpunkt. Mit der nun vollständig durchsetzbaren NIS2-Richtlinie der EU, dem Cyber Resilience Act am Horizont und dem Digital Operational Resilience Act (DORA), der den Finanzsektor betrifft, ist Compliance nicht mehr nur ein Abhaken rechtlicher Vorschriften, sondern ein geschäftlicher Imperativ.

In Deutschland ist NIS2 bereits Gesetz und etabliert strenge Meldefristen und die Verantwortlichkeit von Führungskräften. Im Vereinigten Königreich wird ein neues Gesetz über Cybersicherheit und Resilienz die Sicherheitskontrollen für Managed Service Provider festlegen und die Meldepflicht für Vorfälle ausweiten.

Was das für CISOs bedeutet: Erstellen Sie eine Übersicht über die Verpflichtungen Ihrer Organisation in verschiedenen Rechtsordnungen. Integrieren Sie Compliance in die Governance auf Vorstandsebene. Automatisieren Sie die Sammlung von Nachweisen und Berichterstattung mit Lösungen zur Datenverlustprävention (Data Loss Prevention, DLP) in Cloud- und KI-Anwendungen, die vorschriftsmäßige Audits unterstützen. Das Risiko von Geldstrafen oder Reputationsschäden ist einfach zu hoch, um ignoriert zu werden.

2. Begrenzung der Drittanbieter- und Lieferkettenrisiken

Die digitale Lieferkette ist das größte Sicherheitsrisiko für Unternehmen. CISOs erkennen nun, dass Anbieterrisiken nicht nur auf Sorgfaltspflichtprüfungen beschränkt, sondern entscheidend für ihre betriebliche Resilienz sind. Der kritische Ausfall eines SaaS-Anbieters, ein kompromittierter Cloud-Dienst oder eine verwundbare Softwareabhängigkeit – die Auswirkungen sind real und nehmen zu.

DORA und NIS2 verlangen ein formelles Management von Risiken durch Drittanbieter in verschiedenen Branchen Branchenanalysten drängen auf eine kontinuierliche Überwachung der Anbieter, statt lediglich jährliche Bewertungen durchzuführen. Neue Bedrohungen wie KI-basierte Malware oder der Missbrauch von Lieferantenzugangsdaten setzen neue Maßstäbe.

Was das für CISOs bedeutet: Erstellen Sie eine Echtzeit-Ansicht Ihres Drittanbieter-Ökosystems. Bewerten und segmentieren Sie Anbieter nach Risiko, setzen Sie Exit-Strategien durch und integrieren Sie Zero-Trust-Prinzipien mit Produkten wie ZTNA in den Drittanbieter-Zugriff. Stärken Sie die Endpunkt Sichtbarkeit und nutzen Sie Plattformen zur kontinuierlichen Erkennung von Sicherheitsbedrohungen, um ungewöhnliches Verhalten bei externen Integrationen zu überwachen. Ihre Lieferkette ist jetzt Ihre Angriffsfläche.

3. Steuerung der “Agentic AI” Workforce

Der „GenAI-Hype“ von 2024 hat sich zur Einführung Agentic KI weiterentwickelt – autonome Systeme, die Geschäftsentscheidungen treffen und Aufgaben ohne menschliche Aufsicht ausführen. Diese „nichtmenschlichen Identitäten“ übertreffen in einigen Sektoren bereits die Zahl der menschlichen Mitarbeiter und schaffen so eine riesige Governance-Lücke.

Mit dem EU AI Act, der verbindliche Vorgaben einführt, und da nun auch Regulierungsbehörden im Vereinigten Königreich sowie in den GCC nachziehen, ist AI-Governance nicht länger optional. Die nicht freigegebene Nutzung von KI durch Mitarbeiter oder nicht genehmigte Tools kann schnell zu einer rechtlichen und reputationsgefährdenden Krise werden.

Was das für CISOs bedeutet: CISOs müssen eine gemischte Belegschaft aus KI und Menschen absichern, ohne an Innovationskraft zu verlieren. Dies erfordert Kontrollen bei Trainingsdaten, Modellvalidierung und Zugriffsverwaltung. Führende CISOs setzen auf Symantec Security Service Edge (SSE) und DLP-Funktionen, um die notwendige Transparenz für die Verwaltung dieser KI-Agenten zu gewährleisten. So stellen sie sicher, dass autonome Tools nicht versehentlich schützenswerte Unternehmensdaten preisgeben oder zu einer „Shadow-AI“-Einfallstor ins Unternehmensnetzwerk werden.

4. Aufbau von unternehmensweiter Cyber-Resilienz

2026 wird das Jahr sein, in dem Resilienz von einem IT-Thema zu einem Thema für das gesamte Unternehmen wird. Regulatorische Vorgaben wie DORA und die britischen Vorschriften zur betrieblichen Resilienz verlangen mehr als nur Sicherungskopien, sie erwarten funktionsübergreifende Wiederherstellung, die schnelle Eindämmung von Vorfällen und Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs unter Druck.

Vorstände möchten wissen: Können wir weiterhin Kunden bedienen, wenn unsere Systeme betroffen sind? Wissen wir, wie ein KI-Ausfall den Betrieb beeinträchtigen könnte? Resilienz bedeutet, auf alles vorbereitet zu sein, von Ransomware bis zu fehlerhaften Algorithmen.

Was das für CISOs bedeutet: Gehen Sie über reine Disaster Recovery hinaus und hin zu einer ganzheitlichen Geschäftskontinuität. Führen Sie realistische Simulationen durch. Wie sieht Ihr Plan für Cyber-Resilienz aus? Betrachten Sie beispielsweise, ob eine sekundäre SWG-Ebene helfen könnte, den Betrieb während Ausfällen oder Vorfällen aufrechtzuerhalten.

5. Reduzierung der Komplexitätskosten durch die Konsolidierung auf einer gemeinsamen Plattform

Konsolidierung befindet sich weiterhin in den Top 5. Tool Sprawl belastet Security teams weiterhin erheblich Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass über 50 % der CISOs ihren Vendor-Footprint aktiv reduzieren, da Unternehmen zunehmend mit fragmentierten Dashboards und voneinander getrennten Sicherheitskontrollen zu kämpfen haben.

Was das für CISOs bedeutet: CISOs müssen von der Verwaltung nicht vernetzter Tools zu einheitlichen Sicherheitsplattformen wechseln. Durch die Konsolidierung von Technologien und die Einführung von Security Service Edge(SSE)-Fähigkeiten erhalten sie durchgängige Sichtbarkeit aller Benutzer, Geräte und Cloud-Dienste. Dieser Plattformansatz vereinfacht den Betrieb, schließt durch Silos entstandene Sicherheitslücken und reduziert sowohl das Betriebsrisiko als auch die Gesamtkosten.